Öffnungszeiten:
Geschäftsstelle Garbsen
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Geschäftsstelle Osnabrück
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Gesetzliche Grundlage für die Beschäftigung von Schülern unter 18 Jahren ist das JugendArbeitsschutzgesetz ( JArbSchG). Die Beschäftigung von Schülern im Betrieb kann aus verschiedensten Gründen erfolgen: - die Schüler leisten ein Schulpraktikum ab, - die Schüler verdienen sich mit einem Ferienjob etwas Geld oder – wollen zur Orientierung eine „Schnupperlehre“ absolvieren. Nachfolgend werden die wichtigsten Grundsätze, die bei der Beschäftigung von Schülern beachtet werden müssen, dargestellt und auch die versicherungsrechtliche Seite zu den unterschiedlichen Fallkonstellationen näher beleuchtet.

I.    Allgemeine Grundsätze zum Jugendarbeitsschutz
Mindestalter
Die Beschäftigung von Kindern unter 15 Jahren ist grundsätzlich verboten. Als Jugendlicher gilt, wer 15 Jahre, aber noch nicht 18 Jahre ist.
(Sonderregelungen für Kinder, die zwar noch keine 15 Jahre alt, aber nicht mehr vollzeitschulpflichtig sind, sowie für Kinder während des Betriebspraktikums!)

Wann und wie lange dürfen Jugendliche arbeiten?
Bis zur Beendigung der Vollzeitschulpflicht muss die Ferienarbeit auf maximal 4 Wochen im Kalenderjahr beschränkt werden. An 5 Tagen in der Woche – von Montag bis Freitag - dürfen Jugendliche nicht mehr als 8 Stunden täglich beschäftigt werden. Samstags dürfen Jugendliche ausnahmsweise in Tankstellen und Kfz-Reparaturwerkstätten (§ 16 Abs 2 JArASchG)beschäftigt werden, wobei sie an zwei Samstagen im Monat beschäftigungsfrei bleiben und an einem anderen Tag in derselben Woche freizustellen sind. (Für Kinder bis 15 Jahre, die ausnahmsweise beschäftigt werden dürfen, gelten kürzere Arbeitszeiten: 7 Stunden pro Tag und 35 Stunden pro Woche)

Ruhepausen
Die Ruhepausen während der Arbeitszeit müssen mindestens betragen:
-    30 Minuten bei einer täglichen Arbeitszeit von 4,5 bis 6 Stunden
-    60 Minuten bei einer täglichen Arbeitszeit von über 6 Stunden
(Zum Vergleich: Bei Erwachsenen ist eine Ruhepause von 30 Minuten bei einer täglichen Arbeitszeit von mehr als 6 bis zu 9 Stunden einzuhalten)

Welche Tätigkeiten dürfen Jugendliche ausüben?
Jugendliche dürfen nur solche Tätigkeiten ausführen, die keine gesundheitlichen Gefahren beinhalten und die das Leistungsvermögen nicht übersteigen. Dies hat in der Regel der Arbeitgeber selbst einzuschätzen und zu beurteilen.
Beispiele für verbotene Arbeiten:
-    Scheren, Pressen, Stanzen, offene Zentrifugen,
-    Benutzen von Schweißgeräten
-    Heben und Tragen schwerer Lasten
-    Benutzung von Hebebühnen und Kranen
-    Gefahrstoffe z.B. Erbgut veränderlich u. giftig
-    Airbag u. Klimaanlagen (Sachkunde)
-    Hybridfahrzeuge (Sachkunde)

Jugendliche Ferienarbeiter sind wegen mangelnder Berufspraxis häufig nicht in der Lage, gefährliche Situationen zu erkennen. Der Arbeitgeber hat die Jugendlichen vor Beginn der Beschäftigung und bei wesentlichen Änderungen der Arbeitsbedingungen über die Unfallgefahren aufzuklären. Die Unterweisung ist zu dokumentieren.

Muss ein Arzt aufgesucht werden?
Bei geringfügiger oder bei einer nicht länger als 2 Monate andauernder Beschäftigung mit leichten Arbeiten, von denen keine gesundheitlichen Nachteile für den Jugendlichen zu befürchten sind, ist keine ärztliche Untersuchung erforderlich.

II.    Versicherungsschutz
Schulpraktika
Das Schulpraktikum ist eine Pflichtveranstaltung allgemeinbildender Schulen und wird Versicherungsrechtlich als Schulveranstaltung behandelt. Organisieren Schulen die typischen Schulpraktika für ihre Schüler in den verschiedenen Betrieben, sind diese Praktika regelmäßig über den Versicherungsträger der Schule umfassend versichert (Haftpflicht und Unfallversicherung sind Sache des Schulträgers, Sozialversicherungsbeiträge sind nicht zu entrichten).
Voraussetzung ist, dass dieses Praktikum von der Schule als Schulveranstaltung bezeichnet wird oder nach der Schul- oder Ausbildungsordnung als Schulveranstaltung gilt.
(Achtung: Es sind  auch hier die für Schüler unter 15 Jahre geltenden kürzeren Arbeitszeiten von 7 Stunden täglich und 35 Stunden pro Woche einzuhalten)

Ferienjob bzw. Ferienpraktika
Das Ferienpraktikum bzw. der Ferienjob wird von den Schülern freiwillig und ohne schulischen Bezug in den Ferien absolviert. Die Schüler sind arbeitnehmerähnlich -außerhalb der Schulorganisation- für den Betrieb tätig. Sie sind grundsätzlich über die gesetzliche Unfallversicherung und damit über die jeweilige Berufsgenossenschaft versichert. Es besteht jedoch keine (gesetzliche) Haftpflichtversicherung. Hier ist zu klären, ob die Versicherung des Betriebes, des Praktikanten oder der Eltern einen etwaigen Schaden übernimmt. Unerheblich ist, ob die Schüler ein Entgelt vom Betrieb erhalten. Sofern der Erwerb von beruflichen Kenntnissen mit dem Praktikum bezweckt wird, ist das Ableisten des Praktikums grundsätzlich umfassend versichert. Entscheidend ist, ob die Schüler in den Betrieb eingegliedert sind, d.h. dem Weisungsrecht des Betriebsinhabers als seinen Arbeitgeber in Bezug auf Zeit, Dauer, Ort der Arbeitsausführung untergeordnet sind, in dem Arbeitsprozess eingegliedert sind und wirtschaftlich sinnvolle Tätigkeiten erbringen.
Demgegenüber sind Beiträge zur Sozialversicherung nur dann zu entrichten, wenn ein Arbeitsentgelt gezahlt wird. (Werden Schüler als geringfügige Beschäftigte bezahlt (sog. Mini-Job), werden die Sozialversicherungsbeiträge pauschal gezahlt).


Schnupperlehre
1.    Wird die Schnupperlehre von der Schule organisiert, so gilt das oben zu Schulpraktika Erwähnte. Danach besteht ein umfassender Versicherungsschutz über den Versicherungsträger der Schule.
2.    Lädt der Betriebsinhaber Schüler einer Abschlussklasse noch während ihrer Schulzeit zu einer ein- bzw. mehrtägigen Schnupperlehre in den Kfz.-Betrieb ein, sind die Schüler durch die Berufsgenossenschaft des Betriebes grundsätzlich versichert.
Achtung:
Werden die Schüler in den Betrieb fest eingegliedert, erfasst der Versicherungsschutz Arbeitsunfälle, Berufskrankheiten und Wegeunfälle. Erfolgt keine Eingliederung in den Betrieb und gelten die Schüler nur als Besucher des Betriebes –vielleicht darf gelegentlich Hand angelegt oder irgendetwas ausprobiert werden- liegt nur der geringste Versicherungsschutz vor. Die Schüler sind gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten beitragsfrei versichert, aber nicht gegen Wegeunfälle. Auf dieses Risiko muss der Unternehmer die Schüler bereits in seiner Einladung hinweisen.

Betriebsbesichtigungen
Kein Praktikum liegt vor, wenn die Schüler den Betrieb lediglich besichtigen. In diesem Fall greift nur der geringste Versicherungsschutz der Berufsgenossenschaft ein. Teilnehmer an Besichtigungen des Unternehmens sind gegen Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten beitragsfrei versichert. Dieser Versicherungsschutz ist auf den Aufenthalt in der Betriebsstätte begrenzt und erfasst ebenso keine Wegeunfälle.

Stand: Juni 2010
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